goodbye mutterland

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english version below

Ich weiß gar nicht wo ich anfangen soll. Vor fast genau 24 Stunden habe ich ein letztes Mal die Tür zu meinem Zimmer geschlossen, bin ins Auto gestiegen, zum Flughafen gefahren und nun sitze ich schon in New York ohne auch nur im geringsten realisiert zu haben, dass ich mein Zuhause ein Jahr nicht mehr sehen werde.

(diesen Beitrag habe ich übrigens schon am 18. Juli geschrieben)

Ich glaube etwas Aufklärung ist nötig: Ich habe Abi gemacht. Und nach dem Abi muss man ja auch irgendwas machen. Schon seit ich 12 oder so war schwirrt in meinem Kopf der Gedanke rum Au Pair zu werden – und so habe ich mich im Januar 2016 zu einem Treffen von Cultural Care Au Pair begeben, kurz darauf meine Bewerbung angefangen, dann sind mir tausend Zweifel gekommen á la „Will ich das wirklich?“ „Will ich hier weg?“ „Werde ich nicht verdammt viel verpassen?“, dann habe ich aber mehr oder weniger durch Zufall eine wunderwunderwunderbare Familie kennengelernt, die ein veganes Au Pair suchen – Mittwoch schrieb ich die erste Mail und Sonntag stand fest: Ich ziehe nach San Diego!

Superkurzeundknackige Erklärung was ein Au Pair ist: Ein Au Pair wohnt für eine bestimmte Zeit bei einer Familie in einem anderen Land, wo sie sich um die Kinder der Familie kümmert (quasi Kindermädchen), dafür bekommt sie Unterkunft, Essen und manchmal (in Amerika immer!) ein Gehalt von der Familie. In den USA muss ein Au Pair auch das College besuchen und darf höchstens 45 Stunden pro Woche arbeiten. Am Ende eines Au Pair Jahres in den USA steht meistens noch ein Reisemonat an.

Ich sag selbst von mir, dass ich im Leben unglaublich viel Glück habe, und diese Familie zu finden hat es wieder bestätigt: Eine Freundin von mir, Flavia (die ich übrigens über Insta kennengelernt habe #instagrammakesfriends), hat für sich selbst eine Gastfamilie für ein Au Pair Jahr gesucht und, wenn ich mich richtig erinnere , das über eine Facebookgruppe (Vegan Au Pairs and Host Familys). Sie hatte dann auch schon bald eine Familie in Spanien gefunden, wurde dann aber etwas später von dieser veganen Familie aus San Diego angeschrieben (meine Familie hat sie über irgendeinen Blog gefunden) – sie erzählte mir davon und einmal dürft ihr raten wer noch am gleichen Tag dieser Familie eine Mail schickte #memememememe. Alle Zweifel waren sofort weg. Es ging plötzlich so schnell, dass es mir schon selbst Angst machte. Und es war so perfekt. Eine VEGANE Familie. In San Diego, KALIFORNIEN. Mit einem wundervollen, zuckersüßen Kind, dass ich schon beim ersten Skypen ins Herz geschlossen habe. WIE VIEL GLÜCK KANN EIN MENSCH HABEN.

Spulen wir ein paar Monate mit Euphorie, Zweifeln, Backflips im Schädelinnenraum, Berlinreise weil wegen Visum, 6 Wochen Krippenpraktikum um die nötigen Referenzstunden einzusammeln, Abitur, Heulkrämpfen bei Abschieden und last minute Kofferpacken vor zu dem 18. Juli 2016.

Okokokok, eigentlich zum 17. Juli 2016, an diesem Tag begab ich mich nämlich abends noch zu meinen besten Freunden um mit ihnen ein letztes Mal Sushi zu essen, unser Raptalent unter Beweis zu stellen und natürlich um Tschüss zu sagen. Ich habe schon letzte Woche Freitag bei meiner Abschiedsfeier viel geweint und wollte deswegen eigentlich stark bleiben – war wohl nichts. Geheult wie nichts gutes. #einerundemitleidbitte Danach bin ich nur schnell in mein Auto gesprungen, ganz ganz schnell da weggefahren um ja nicht mehr dran zu denken, ganz flink zu dem Freund meiner besten Freundin in die Pizzeria gefahren, hab noch n Salat und ein Minion-Stift (mit sämtlichen Farben, hallo????? #wiegeilistdasdenn damit werden jetzt alle wichtigen Dokumente unterschrieben) geschenkt bekommen, bin dann weiter um meinem besten Freund noch ein Abschiedsgeschenk unters Auto zu schieben, bis ich es dann geschafft habe um 0.30 im Bett zu liegen. Um 1 bin ich dann wieder aufgestanden. #sleepisfortheweak

Um 2 haben wir (Mutti, Vatti, Brudi, moi) uns dann auf den Weg nach Hamburg gemacht. Viel Mitgesinge, „könnt ihr nicht mal die Musik leiser machen??“, „es zieht an meinem Kopf!“ und „Du fährst voll falsch! Hier geht’s nicht zum Flughafen!!“ später sind wir dann – oh Wunder – doch tatsächlich am Flughafen angekommen. Cultural Care hat uns schon im Vorraus darüber informiert, dass wir als 6-er Gruppe fliegen. Alle zusammen eingecheckt, alles supi, alles hurra, noch ein „Seid um 6.20 am Gate“ vom netten Flughafendude, vielleicht ein paar Tränchen in den Augen von Müttern und dann begann das Drama: „Auf den Boardingpässen steht das Gate schließt um 6.20!!“ #ohshit #esist6 #abgehenfreunde also anstatt viel Geheule und Umarmung hier und da nur ein „Schööö Mutti, wir sehen uns nächstes Jahr!“ (okay, vielleicht auch eine Umarmung und ein, zwei Tränchen) und schon bin ich mit zwei meiner fünf Mitfliegerinnen zum Security Check gerannt, dort wurde ich natürlich komplett durchfilzt (sie haben meinen Minion-Stift seperat durchleuchtet), ich muss wohl echt gefährlich aussehen, vielleicht in Zukunft doch weniger dunklen Eyeliner #haha #niemals.

Weltrekordverdächtiger Sprint zum Gate, nur um festzustellen: Es öffnet doch erst um 6.20. Na subba. Immerhin Workout done. Danach lief aber auch alles astrein: Umstieg in London (dabei direkt ne Sleek Palette erhaschen, man gönnt sich ja sonst nichts), Weiterflug nach New York, sogar das vegane Essen an Bord hat geklappt, sämtliche Security Stationen in NYC überstanden, zwar dem Cultural Care Fahrer hinterhertelefoniert, aber passt schon, Zwischenstopp bei Starbucks, Ankunft  an der St. John’s Training School – wo ich direkt mal von meiner (ich sag es nochmal: wunderwunderwundervollen) Gastfamilie mit der Cultural Care Tasche, der NYC Tour und einem fetten Paket voll mit Essen überrascht wurde. OHNE WITZ, WIE VIEL GLÜCK KANN EIN MENSCH HABEN. In der Training School lernen wir übrigens alles was wir zu unserem Au Pair Jahr und dem Leben in der USA wissen müsse. #kiminformiert

Beim Pizzadinner hab ich mich dann von dem Rand der Pizza ernährt (natürlich nur wenn da kein Stückchen Käse drauf war #Vorzeigeveganer), war mir aber auch nicht so wichtig. Nun sitze ich hier um 20.45, muss um 6 Uhr schon wieder aufstehen, werde gleich ins Bett gehen, das aber mit der Gewissheit, dass irgendwann heute Nacht 3 Mädels hier aufschlagen werden, mit denen ich ein Zimmer teile. In dem Sinne, euch eine bessere Nacht als meine!

 

last goodbyes
last goodbyes
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au pair bus to the training school
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rudely expensive vegan salad from starbucks

I don’t know where to start. Almost exactly 24 hours ago I closed my room door one last time, got into the car, drove to the airport and now I am already sitting in New York without even slightly having realized that I won’t see my home for a whole year.

btw I already wrote this post on July 18th

I guess I gotta get some explaining done: I finished my A-Levels. And after finishing your A-Levels you still gotta do something. Since I was 12 the thought of becoming an Au Pair was floating through my head – that’s why I visited a info meeting by Cultural Care Au Pair in January 2016, shortly after I started my application, then I got doubts like „Is this what I really want?“ „Do I want to leave?“ „Will I miss out?“, then I more or less accidentaly met a amazingamazingamazing host family, they were searching for a vegan Au Pair – I wrote and sent the first mail on wednesday and on Sunday it was decided: I am moving to San Diego!

As you say in german- a short and crispy („kurz und knackig“ – cultural exchange you know) explanation of what an Au Pair is: An Au Pair lives for a specific time with a family in another country where they care for the children of the family (so basically a nanny), for that they get a room, food and sometimes (always in the US!) a stipend from the family. In the USA an Au Pair has to go to college and is only allowed to work 45 hours per week by law. At the end of the Au Pair Year most Au Pairs do a „travel month“.

I always say of myself that I’ve got a lot of luck in my life, and to find this family is another proof for that: A friend of mine, Flavia (btw I met her on instagram #instagrammakesfriends), looked for a vegan host family for an Au Pair year herself. If I remember it correctly, she did it over a Facebook group called „vegan Au Pairs and host familys“. She found a nice vegan family in Spain, but a little later she got contacted by a vegan family from San Diego (they found her through a blog) – she told me about it and now guess who wrote an email that was gonna change my life the same day #mememememe. All doubts were gone in seconds. Suddenly everything was happening so fast. So fast, it was almost scary. But it was so perfect. A VEGAN family, in San Diego, CALIFORNIA. With a wonderful, adorable, awesome little boy who got right into my heart during our first skype. HOW LUCKY CAN A HUMAN BE.

Let’s skip a few months filled with euphoria, doubts, backflips inside of my head, a trip to Berlin to get my visa, 6 weeks of kindergarten internship to collect all the needed reference hours, A-Levels, uncontrollable crying at goodbyes and last minute packing to the 18th July 2016.

Okokokok, actually the adventure started for me (personally) on the 17th July 2016 – on this day (or rather night) I visited my best friends one last time. To have sushi together one last time, to prove our rap talent one last time, and of course…to say goodbye. I already cried A LOT on my goodbye kimi party on friday so I wanted to stay strong. Well, that didn’t work. Waterfall eyes it was. Afterwards I just hopped into my car, visited my best friend’s boyfriend at the pizzeria, got a cute little present (his favourite pen – it has all colours and a minion on top, hello?? #isthereanythingmoreawesome guess who’s gonna sign all the important documents with the coolest pen on earth now), continued to my male best friends house to leave a present for him at his car, and then I finally achieved to lie in my bed at 12.30am. Got up at 1am. #sleepisfortheweak

At 2 am my mother, my father, my brother and moi got on our way to Hamburg. A lot of my terrifying beautiful singing, „Can’t you turn the music down a bit??‘, „it’s too cold in here!!“ and „Drive slower! This is the wrong way!!“ later (my brother was driving) we magically arrived. Cultural Care informed me weeks earlier that I am going to fly the whole way from Hamburg to London to New York City with five other girls. We all checked in together, had seats next to each other, everything was nice, everything yippie, everything awesome, a „you girls be at the gate at 6.20am please“ from the airport dude, a few tears from our mothers, then (how could I dare to think we can do without) drama: „On the boarding passes it says the gate CLOSES at 6.20!!!“ #ohshit #its6 #timetopanicladies so instead of lots of crying and hugging only a „byyyyyyyye mom, c u in a yeeeeeear!“ (okay, maybe one hug and one or two tears) and off I was with two of my five girls running to the Security Check, where I obviously looked very dangerous (they checked everything twice, even my Minion pen). Maybe I should stop wearing dark eyeliner #haha #never.

World record like sprint to the gate, completely out of breath, sweating even under my tongue, only to see: the gate actually opens at 6.20. #awesome. At least workout done. But after that everything went easypeasy: changing flights in London (and directly shooting a sleek palette at duty free, hehe), flight to NYC, even the special vegan food on the plant went alright (!!), survived all security checks in NYC, we still had to phone after our driver, let’s ignore that, quick stop at starbucks and arriving at the St. John’s University (aka Cultural Care Au Pair Training School). Where I promptly was surprised by my (I have to say it again) amazingamazingamazing host family – they gifted me the New York City Tour, a Cultural Care bag and sent me a package filled to the top with vegan goodies and more. FOR REAL, HOW MUCH LUCK CAN A HUMAN HAVE. Btw, in the Training School we learn everything we need to know for our Au Pair Year and our life in the US. #factswithkimi

At the pizza dinner that night I survived running on the pizza crust (of course only after very precisely controlling that there is no cheese on any piece #perfectvegan), but I didn’t really care. Now I am sitting here at 8.45pm, gotta get up again at 6am, so I am going to bed real soon, but while knowing that tonight some girls will arrive and (at least that’s what I expect) wake me up againg with their excitement (I understand, I am not mad). But still: I wish you a better night than mine!

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